Leckerey?

Ein kleiner Spaziergang durch die Geschichte zu unserem Namen.

Als langjährige Mitarbeiterin in einer Konditorei sind mir die geschichtlichen Wurzeln der Konditorei nicht unbekannt. An den Höfen der Reichen wurden Bildgebäcke aus Zucker mithilfe von Holzmodel geformt. Kunstvoll mit Pflanzenfarben bemalte Marzipane bildeten die Tafelzier zu Schau- und Festessen – besonders im Barock und Rokoko. Erleichtert wurde diese kunstvolle und aufwendige Arbeit durch das Nutzen der ab dem Ende des 18. Jahrhundert verfügbaren Porzellanvorlagen.

Mit der Massenproduktion von Zucker aus der heimischen Zuckerrübe und den einhergehenden politischen Veränderungen durch die französische Revolution erlebte das Konditorhandwerk einen gewaltigen Aufschwung. Waren bisher für das einfache Volk die Honigbäcker „zuständig“, gerieten diese später zunehmend in den Wettbewerb mit den Konditoren. Das aufstrebende und wohlhabende Bürgertum war auf der Suche nach Luxus und Vergnügen und in diesem Zusammenhang entwickelte sich bereits im 18. Jahrhundert eine neue, raffinierte Kultur des Backens: leichte Biskuit- oder Mandelgebäcke, die zu den neumodischen Getränken Kaffee, Tee und Schokolade gereicht wurden. Besonders die Torte wurde zum wichtigen Festgebäck. Einst als Privileg der Pastetenbäcker gehütet, durften später auch Zuckerbäcker und Konditoren Torten herstellen.

Nicht unerwähnt darf die Schokolade, insbesondere die Essschokolade für die Entwicklung der Konditorei bleiben. Welche herrlichen Torten kann man mit Schokolade gestalten. Mit der Spezialisierung auf raffinierte Köstlichkeiten aus Schokoladenmassen entstand der Chocolatier. Zu Zeiten der industriellen Revolution und der Verfügbarkeit von elektrischer Kühlung bereicherten Eiskreationen, Eisbomben uvm. das lukullische Sortiment, das auch heute noch in den Konditoreien zu finden ist.

Der Anspruch, mit schön gestalteten Produkten die festlichen und großen Stunden des Lebens zu bereichern und auf diese Weise Lebensfreude zu vermitteln, ist geblieben und auch für uns gültig. Dekor und Form sind stets vom Geschmack der Zeit bestimmt. Doch die Zeit des größten Aufblühens der Konditorei war der Barock und das Rokoko. Und dort findet man nicht nur die schönen verschnörkelten Formen sondern auch unser Leckerey - Ypsilon in der Korrespondenz dieser Zeit. In Anlehnung an diese Epoche und als Wort und Klangspiel mit Konditorei, Bäckerei entstand unser Name die Torten- Leckerey. Und Leckereyen gibt es bei uns auch in herzhafter Form. Aber mit gleicher Qualität und Raffinesse wie beim Zuckerbäcker. Darüberhinaus besteht heute für uns die Verpflichtung diesen Genuss nicht durch Allergene oder Lebensmittelunverträglichkeiten einzuschränken.

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